Herr Meinecke, baut der Landwirt eigentlich jedes Jahr auf seinen Feldern das Gleiche an?

Nein. Es ist sehr wichtig, zwischen den einzelnen Kulturen zu wechseln. Dies beugt Pflanzenkrankheiten vor und minimiert den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Auch der Nährstoffhaushalt profitiert davon. Damit die Ackerflächen nicht lange brach liegen, werden außerdem Zwischenfrüchte angebaut.

Was genau sind Zwischenfrüchte?

Zwischenfrüchte sind Kulturen, die zwischen den Hauptfrüchten angepflanzt werden. Diesen Wechsel der Kulturen nennt man Fruchtfolge. Unsere Hauptfrüchte sind Mais, Zuckerrüben, Weizen, Roggen, Raps und Hafer. Zwischen deren Anbau wird der Acker mit Zwischenfrüchten wie Ölrettich, Senf oder Ackergras bepflanzt. Die EU gibt außerdem vor, dass Zwischenfrüchte eine Mischung mehrerer Kulturen enthalten müssen. Deshalb wird der Ölrettich zum Beispiel mit Klee oder Erbsen durchmischt.

Lars Meinecke auf Traktor

Ob auf der Internationalen Grünen Woche, an der Uni oder im persönlichen Gespräch: Als AgrarScout gibt Lars Meinecke gern sein Wissen über die Moderne Landwirtschaft weiter. © privat

Was passiert mit den Zwischenfrüchten? Können wir sie essen?

Die Zwischenfrüchte auf unseren Äckern werden nicht für die menschliche Ernährung angebaut. Aber für unsere Kühe, die das ganze Jahr über draußen leben, sind sie eine wichtige Futterquelle. Zum Beispiel wird der Boden zwischen Getreide- und Zuckerrübenanbau mit Ackergras bestellt. Das schützt diesen, schmeckt aber auch den Kühen, wenn wir im Winter zufüttern. Andere Zwischenfrüchte werden einfach in den Boden eingearbeitet.

Schützen Zwischenfrüchte das Grundwasser?

Zwischen dem Anbau der Winterfrucht und der Sommerfrucht würde ohne Zwischenfrüchte ein langer Zeitraum liegen, in dem der Acker nicht bewirtschaftet wird und „schwarz“ ist. Zum Beispiel wird Weizen schon Ende Juli geerntet. Die nachfolgenden Zuckerrüben werden aber erst ab März gesät, sodass es dazwischen sieben „leere“ Monate gibt. Unter dem schwarzen Acker könnte der Regen ungehindert Nitrat aus dem Boden auswaschen und dieses würde in das Grundwasser gelangen. Zwischenfrüchte nehmen das Nitrat als Nährstoff auf und schützen damit in der Tat das Wasser.

Meinecke Hof von oben

Landwirt sein ist für Lars Meinecke nicht nur ein Beruf, sondern auch eine Leidenschaft. Nach dem Studium wird er in den Familienbetrieb im niedersächsischen Barwedel einsteigen. © privat