Großer Schutz für die Kleinsten

Damit Insekten einen Lebensraum finden, ergreifen moderne Landwirte viele Maßnahmen, um sie zu schützen. Die kleinen Tiere sind nämlich nicht nur eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel, sie können auch nützlich für den Landwirt sein. Zum Beispiel, wenn Nützlinge für natürlichen Pflanzenschutz sorgen, indem sie Schädlinge fressen, oder wenn sie Raps und Obstbäume bestäuben. Die geläufigste Maßnahme, um Insekten einen Rückzugsort und Lebensraum zu bieten sind Insektenhotels. Die praktischen Nisthilfen, die mit allerlei Holzteilchen gefüllt sind, eignen sich nicht nur für Landwirte. Auch Stadtbewohner können sie ganz einfach im eigenen Garten aufstellen oder auf dem Balkon aufhängen. Etwas schwieriger wird es da schon mit Totholzhaufen: Große Haufen aus totem, weichgewordenem Holz sind für fleißige Käfer oder einige Wildbienenarten ein wahres Paradies. Sie bauen darin ihre Nester. Um den vielen Insekten das ganze Jahr über genügend Nahrung zu bieten, legen viele Landwirte Blühflächen am Ackerrand an. Mit Blühmischungen lassen sich auch auf dem eigenen Balkon oder im Garten blühende Oasen für Bienen und Insekten schaffen: Das ist nicht nur ein wertvoller Beitrag, sondern sieht auch wunderschön aus.  Von besonderer Bedeutung für Landwirte ist außerdem der Zwischenfruchtanbau: Das sind Kulturen, die die Bodengesundheit verbessern und es Bodenorganismen ermöglichen, sich auszubreiten.

Dort, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen

Jedes Tier hat einen eigenen Lebensraum, wo es sich wohlfühlt. Für Reptilien, wie zum Beispiel Schlangen sowie einige Insekten und Kleintiere sind Steinhaufen von großer Wichtigkeit. Landwirte wissen das und schichten daher oft große Steine, die sie auf ihren Äckern finden, zu kleinen Wällen am Rand ihres Ackers auf. Reptilien genießen dann dort die Sonnenseiten des Lebens und Insekten und Kleintiere finden Schlupflöcher zwischen den Steinen. Frösche und Libellen fühlen sich an den Teichen und Kleingewässern wohl, die sich auf vielen Höfen finden. Diese sind außerdem eine Heimat für verschiedene Wasserpflanzen und nicht zuletzt auch eine wichtige Wasserquelle für alle wildlebenden Tiere.

Dort wo viele Insekten leben, finden auch Vögel eine reiche Nahrungsquelle. Um ihnen das Leben zu erleichtern und sie vor dem lauernden Marder zu beschützen, hängen Landwirte verschiedene Nisthilfen auf. Das Angebot ist riesig: Von kleinen Zaunkönig-Kugeln bis hin zu großen Exemplaren für Waldkäuze finden auf vielen Höfen Vögel ein Zuhause. Bodenbrüter finden in den sogenannten Lerchenfenstern einen Lebensraum: Dabei lässt der Landwirt ein „Fenster in seinem Feld offen“, wo besonders die Feldlerche ein geschütztes Zuhause hat. Dieses Fenster wird dann nicht bewirtschaftet. Das Feld drumherum ist wie eine Pufferzone für lauernde Räuber wie Füchse oder Katzen.

Alles hängt zusammen

Doch nicht nur kleine Tiere fühlen sich auf Landwirtschaftlichen Betrieben wohl. Auch größere Tiere finden bei modernen Landwirten einen Platz zum Leben. Auf stillgelegten Äckern und Brachen tummeln sich neben Feldhasen auch Füchse, Auerhähne und Rehe. Hier wächst auch die wilde Flora in ihrer ganzen Pracht. Das wiederum zieht noch mehr Insekten an. Streuobstwiesen sind einerseits ein Paradies für die Artenvielfalt, da unter den oftmals alten Obstbäumen ein wildes durcheinander an Blumensorten gedeiht und viele Tiere hier eine wichtige Nahrungsquelle finden. Andererseits haben sie auch einen wichtigen Nutzen für viele Landwirte: Sie schützen nämlich den Boden vor Erosion. Und auch kleine Baumgruppen und Wäldchen, wie man sie oftmals zwischen den Äckern sieht, leisten einen wichtigen Beitrag: Einerseits Rückzugsort und Schutz für Rehe und kleinere Tiere, spenden sie im Sommer andererseits Schatten und kühle Luft für ihre Bewohner.