Wo wird der Baumstreifen entstehen? 

Auf einem Grünlandstreifen von Michael Reber, Landwirt im baden-württembergischen Gailenkirchen bei Schwäbisch Hall. [LINK GOOGLE MAPS]

Die Rebers betreiben ihren Familienbetrieb in der sechsten Generation. Sie bewirtschaften 205 Hektar Ackerland und 22 Hektar Grünlandflächen. Den Hof teilen sie sich mit drei Pferden – und einer Handvoll Schweinen, die er direkt vermarktet. 

Was nützt ein Agroforst?

Agfroforst…

  •  ist ein CO2-Speicher und schützt damit das Klima
  • trägt zum Erhalt der Artenvielfalt bei. Die Bäume bieten Insekten und Vögeln wertvolle Lebensräume, Rückzugsorte und Nistpätze.
  • schützt die Umwelt. Die Wurzeln der Bäume saugen Schadstoffe wie ein Filter auf und schützen den Boden vor Erosionen – oberhalb der Erde fangen sie den Wind ab; im Erdreich halten die Wurzeln den Boden zusammen. 
  • dient als Witterungsschutz: im Sommer spenden die ihre Äste der Bäume Schatten, bei nasskaltem Wetter schützen sie Weidetiere vor unangenehmen Wind. 

Wie setzen sich die Gesamtkosten für das Agroforstprojekt von Michael Reber zusammen und was passiert mit dem Geld?

Die Konzeption des Agroforstsystems sowie die Berechnung haben wir an das Agroforst-Start-up [TRIEBWERK - Agroforst und Regenerative Landwirtschaft ] abgegeben, damit am Ende auch eine richtige Kalkulation vorliegt, die für jeden nachvollziehbar ist. 

  • Insgesamt benötigt Landwirt Michael Reber für einen Obstbaum im ersten Jahr 109,50 Euro, um die Anschaffung und Pflege finanzieren zu können. Jedes weitere Jahr fallen Kosten in Höhe von 187 Euro pro Baum an, da sie besonders in den ersten 5 Jahren mehr Pflege benötigen, damit sie stark genug werden und lange und kräftige Wurzeln entwickeln, um Dürremonate zu überstehen.  

Warum? 

Berechnung der 5 Jahre

Wir haben euch hier noch einmal Schritt für Schritt aufgeschlüsselt, wie der Betrag entsteht:

 

  • Pflanzung, Material- und Lohnkosten: 101,50 Euro
  • Bewässerung und Kontrolle: 90 Euro
  • Pflege Baumscheibe: 47,50 Euro
  • Baumschnitt: 80 Euro
  • Unterwuchspflege: 7,50 Euro

 

  • Insgesamt benötigt Landwirt Michael Reber für einen Baum also 326,50 Euro, um Anschaffung und Pflege für fünf Jahre finanzieren zu können. 

 

  • Michael möchte 20 Bäume anpflanzen, sodass wir für unseren gesamten Agroforst prinzipiell 6.530 Euro benötigen würden, aber:

 

Um auf Nummer sicher zu gehen, berechnen wir in die Kalkulation einen wetterbedingten Baumausfall in Höhe von 200 Euro ein!

 

  • Mit unserem Puffer benötigen die Rebers nun 6.730 Euro.

 

Da das Projekt aber für 5 Jahre mit 450 Euro gefördert wird, müssen wir diese Summe noch abziehen und haben danach – Ta-da! – den Betrag, den wir benötigen, um unseren Agroforst anlegen zu können! Nämlich: 6.280 Euro.

 

Und hier nochmal die allgemeine Obstbaum-Rechnung:

 

326,50 Euro x 20 + 200 Euro – 450 Euro = 6.280 Euro!

 

Warum finanziert Michael Reber die Bäume nicht selbst?

Landwirt Michael Reber und seine Familie möchten mit dem Agroforst-Projekt einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und damit gleichzeitig auch etwas für den Erhalt der Artenvielfalt tun. Aus wirtschaftlicher Sicht rechnet sich der Baumstreifen für die Rebers nicht. Das wird beim Blick auf die obenstehende Kalkulation schnell klar: die Fördermittel decken bei Weitem nicht die Gesamtkosten für den Agroforst. Deshalb sucht Reber Baumpat*innen für seine Streuobstbäume und möchte mit euch gemeinsam ein Zeichen für mehr Klimaschutz setzen. 

Was habe ich davon, wenn ich das Projekt unterstütze?

Als Baumpat*in leistest du gemeinsam mit Landwirt Michael Reber einen wertvollen Beitrag für Klima- und Umweltschutz. Außerdem trägst du zum Erhalt der Artenvielfalt bei: Die Bäume bieten Insekten und Vögeln wertvolle Lebensräume, Rückzugsorte und Nistpätze. 

Eine persönliche, digitale Patenschaftsurkunde senden wir dir direkt nach deiner Einzahlung via eMail zu. 

Die Kirsche am Obstbaum: Ab 50 Euro lädt dich Michael im Oktober 2020 zu sich auf seinen Hof im schwäbischen Gailenkirchen ein. 

 

Welche Bäume werden gepflanzt?

Michael setzt auf heimische Sorten und pflanzt neben Apfel- und Birnenbäume als klassische Streuobstsorten auch Quitten- und Walnussbäume. Die Bäume werden in einer Baumschule aus seiner Region kultiviert und aufgezogen. 

Bei allen Bäumen handelt es sich um Hochstämme. Das heißt, die Äste sitzen hoch genug, um eine bequeme Mahd oder Beweidung der Wiese unter den Bäumen zu ermöglichen. Hochstämme bieten außerdem Habitate für viele Tierarten. 

 

Was ist ein Agroforstsystem bzw. eine Agroforstwirtschaft?

Unter Agroforst werden Landnutzungssysteme beschrieben, in denen auf einer Fläche Gehölze (Bäume, Sträucher) mit Ackerbau und/oder Tierhaltung kombiniert werden. Mit dem Ziel, dass ökologische und/oder ökonomische Vorteilswirkungen oder Synergieeffekte zwischen den Einzelkomponenten entstehen.

Man unterscheidet drei Typen:

Silvoarable Systeme: Bäume + Ackerkulturen

Silvopastorale Systeme: Bäume + Tierhaltung

Agrosilvopastorale Systeme: Bäume + Ackerkulturen + Tierhaltung

 

Warum ist Agroforst moderne Landwirtschaft?

Die Landwirtschaft steht vor großen Herausforderungen: Zum einen hat sie einen erheblichen Einfluss auf das Klima. Zum anderen ist sie sich ihrer Verantwortung für das Klima bewusst und spielt  eine Schlüsselrolle für den Klimaschutz. Agroforst kann im Hinblick darauf ein wichtiger Baustein für einen klimaschutz-optimierten Bauernhof der Zukunft sein. Die Vorteile moderner Agroforstsysteme: Die landwirtschaftliche Nutzung wird möglichst wenig durch die Bäume beeinträchtigt und ermöglicht eine ökonomisch konkurrenzfähige Produktion von tierischen, ackerbaulichen und forstwirtschaftlichen Produkten.

Gut zu wissen: Das Agroforstsystem gilt als eine der ältesten Landnutzungsformen weltweit. Die Nutzung von Bäumen in landwirtschaftlichen Systemen hat in Mitteleuropa Tradition.