Berliner Abend - Forum Moderne Landwirtschaft
17. Oktober 2019

„Berliner Abend“ über die Klimaverantwortung der Landwirtschaft

Berlin, 17.10.2019 – Die Landwirtschaft spielt eine Schlüsselrolle für den Klimaschutz. Die Wirkungen ihres Handelns sind enorm, gleichzeitig kann sie sehr viel dafür tun, um Emissionen zu verringern, Klimagase zu binden und den Folgen des Klimawandels zu begegnen.

Um Perspektiven für die Verantwortung der Landwirtschaft im Bereich Klimaschutz aufzuzeigen, hat das Forum Moderne Landwirtschaft (FML) zusammen mit dem Center for Responsible Research and Innovation (CeRRI) drei Zukunftsbilder von landwirtschaftlichen Betrieben entwickelt. Diese wurden heute erstmals beim „Berliner Abend“ den rund 150 Gästen aus Politik, Verbänden und Unternehmen vorgestellt. Mit den Zukunftsbildern will das FML einen Dialog über die Landwirtschaft und ihre Rolle als Klimapraktiker anstoßen sowie mögliche neue Geschäftsmodelle aufzeigen.

Wie sieht der klimaschutz-optimierte Bauernhof der Zukunft aus? Was können Landwirt*innen tun, um Emissionen zu reduzieren oder Klimagase zu binden? Um Antworten auf Fragen wie diese zu finden, haben FML und CeRRI eine Gruppe von Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen relevanten Bereichen zu einem interdisziplinären Workshop zusammengebracht, damit sie ihr Wissen miteinander teilen: Landwirt*innen, Forscher*innen aus Technologie und Klimawissenschaften, unterschiedliche Akteure aus Verbänden, Nachhaltigkeitsorganisationen und Politik, sowie Praktiker*innen aus Handel und Wirtschaft.

 

Herausgekommen sind folgende drei Zukunfts-Szenarien:

Der Kreislauf-Hof: Nährstoff- und Produktionskreisläufe schließen

Die Natur ist das Vorbild: Sie kennt keinen Abfall. Der Kreislauf-Hof nutzt Reststoffe aus der Landwirtschaft und aus Städten und verarbeitet sie weiter. Zu Düngemitteln, zu Energie oder zu Grundstoffen für bioökonomische industrielle Verfahren. Auf einer intelligenten Datenplattform werden Stoffströme quantitativ und qualitativ erfasst und unterschiedliche Akteure miteinander verkoppelt. Sie macht Nachhaltigkeitseffekte transparent und stiftet neue Netzwerke, von lokal bis global.

Der Teilhabe-Hof: Konsument trifft Landwirtschaft

Geteilte Lasten, gemeinschaftlicher Ertrag: Auf dem Teilhabe-Hof bilden Konsument*innen und Erzeuger*innen eine Wirtschaftsgemeinschaft. Zusammen gestalten sie Landwirtschaft als gelebte Klimaschutzpraxis. Seine Einnahmen generiert er durch das alternative Beteiligungsmodell, durch seine Bildungs- und Ökosystem-Leistungen, aber auch als Premium-Partner für den Handel. Der Teilhabe-Hof ergänzt das System hochspezialisierter industrieller Landwirtschaft um das Moment der gesellschaftlichen Kollaboration und der multifunktionalen Struktur.

Der Smarte Daten-Hof: Klimaschutz durch datengesteuerte Produktion

Die analoge Welt von Boden, Tier und Pflanze trifft auf virtuelle Räume: Drohnen, Kleinstroboter und künstliche Intelligenzen sind die neuen Mitspieler auf dem Hof. Im Zusammenspiel mit umfassender Sensorik sorgen sie für bedarfsgerechte und effiziente Versorgung von Pflanze und Tier. Herzstück des digital transformierten Bauernhofes ist der betriebsinterne Datenraum. Hier steuert sich der Hof weitgehend autonom. Und jedes Produkt, das den Hof verlässt, gibt seinen CO2-Fußabdruck kund.

Das FML wird die in die Zukunft gerichteten Ansätze als Diskussionsgrundlage innerhalb der Landwirtschaft sowie für den Dialog mit der Gesellschaft nutzen. Auf der Internationalen Grünen Woche 2020 werden die Zukunftsbilder auf dem ErlebnisBauernhof in Halle 3.2 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

 

Über das Forum Moderne Landwirtschaft e.V.
Im Forum Moderne Landwirtschaft haben sich Verbände, Organisationen und Unternehmen der Agrarbranche zusammengeschlossen. Ihr gemeinsames Anliegen ist es, über die moderne Landwirtschaft zu informieren und den Dialog zwischen Gesellschaft und Landwirtschaft zu stärken. Diese Aktivitäten finden unter dem Dach der Marke „Unser aller Wissen. Die Moderne Landwirtschaft“ statt. Der Verein zählt aktuell 61 Mitglieder und wird von rund 200 landwirtschaftlichen Betrieben unterstützt.

 

Kontakt:
Gordan Otto Möbus
Pressesprecher

Forum Moderne Landwirtschaft e.V. 
Fanny-Zobel-Str. 7 12435 Berlin

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