Den Zapfhahn aufdrehen, einschenken und Prost! So einfach lässt sich ein Bier genießen. Das Bierbrauen hingegen ist eine Kunst für sich – vor allem, wenn es um das vermutlich älteste Bier der Menschheitsgeschichte geht, das heute in der Schlossplatzbrauerei Köpenick nachproduziert und ausgeschenkt wird. Aber zum Anfang: Vor zwölf Jahren spazierte Astrid Rubbert in Berlin-Köpenick an einem leerstehenden Glas-Pavillon vorbei. Dabei hatte sie einen spontanen Einfall. „Ich dachte, hier müsste man doch eine Brauerei eröffnen!“, erzählt die heute 67-Jährige. Doch warum ausgerechnet eine Brauerei? „Als Anlageningenieur sollte mein Mann einmal Bieranlagen ausliefern. Ich fand damals, so eine könnten wir doch auch selber bauen.“ Die Skepsis in der Familie war groß. „Aber ich habe mich durchgesetzt“, sagt Astrid Rubbert und lacht. Und so wurde im Jahr 2004 auf nicht einmal 50 Quadratmetern und mit zwei Braukesseln die Schlossplatzbrauerei Köpenick eröffnet.

 

Mit der Zufallsidee zum Erfolg

Was leicht klingt, war in der Umsetzung umso komplizierter. Denn Bierbrauen will gelernt sein – und zwar im absolut wörtlichen Sinne, wie auch der Junior des Hauses heute weiß: Vor etwa zwei Jahren beendete Maximilian Rubbert seine Ausbildung zum Bierbrauer und trat daraufhin in die Fußstapfen seines Vaters Joachim. Und die waren ganz schön groß: Immerhin hatte Vater Rubbert vor einigen Jahren einen kreativen Gedankenblitz, der bald den Verkaufsschlager der Brauerei hervorbringen sollte: das „Babylonische Bier“. „Die Idee hätte jeder haben können“, sagt der heute 68-Jährige bescheiden. Dabei ist die Geschichte dahinter zweifelsohne eine ganz besondere.

 

Drei Jahre tüfteln für den perfekten Geschmack

Die Schlossbrauerei war bereits eröffnet und lief mit zwei Biersorten eher schleppend an – da sah Joachim Rubbert zufällig ein Werbeplakat für eine Babylon-Ausstellung im Vorderasiatischen Museum Berlin. Die Neugier des Bierliebhabers war sofort geweckt. Schließlich wusste er, dass die Babylonier Bier nach einem der ältesten, schriftlich festgehaltenen Rezepte von 1760 v. Chr. gebraut hatten. „Allgemeinwissen“, wie er heute achselzuckend sagt. Also besuchte er die Ausstellung und stellte fest, dass die Zutaten für dieses Bier tatsächlich auf den dort ausgestellten Steintafeln festgehalten wurden. Er berichtete den Betreibern des Museums von seinem Einfall, dieses Bier nachzubrauen, und erhielt begeisterte Unterstützung. Die Keilschrift auf den Tafeln wurde übersetzt. Leider enthielt das Rezept aber nur die Zutaten und keine Mengenangaben. Nach drei Jahren des Tüftelns und Verbesserns war es dann schließlich fertig, das original Babylonische Bier aus Köpenick. Neben den 15 anderen Biersorten, die heute auf der Karte der Schlossbrauerei stehen, hat es sich mittlerweile zum absoluten Verkaufsschlager entwickelt. Vielleicht, weil es so kräftig und aromatisch ist. Oder weil man es nirgendwo sonst bekommt. Es mag aber auch daran liegen, dass das babylonische Gebräu wegen der sieben darin enthaltenen Früchte so besonders schmeckt.

Welche Zutaten genau enthalten sind, das verraten die Rubberts natürlich nicht. „Das ist so etwas wie unsere Lebensversicherung“, sagt Junior-Chef Maximilian grinsend und nimmt einen großen Schluck Babylonisches Bier.

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