Nutztiere – Landwirte tragen Verantwortung. Und das gern!

Ob Wiener Schnitzel oder deftige Buletten: Die Deutschen lieben Fleisch. Durchschnittlich verzehrt jeder Bundesbürger rund 60 Kilogramm pro Jahr. Immer mehr Menschen interessiert, wie ihre Lebensmittel tierischen Ursprungs erzeugt werden. Sie möchten wissen, was genau bei der Fleischproduktion passiert, wer am Herstellungsprozess beteiligt ist und vor allem, wie Nutztiere heute gehalten werden.

Die Bedeutung von Transparenz bei der Nutztierhaltung und der Herstellung von Fleischprodukten nimmt in der Modernen Landwirtschaft zu. Heute arbeitet in der Produktion von Lebensmitteln eine ganze Reihe von Menschen mit unterschiedlichen Kompetenzen eng zusammen. Von der Aufzucht der Tiere über ihren Transport und die tiergerechte Schlachtung bis hin zur Verarbeitung und Verpackung des Fleisches überwachen und kontrollieren diese den fließenden Prozess sorgfältig. Tierwohl nimmt dabei einen hohen Stellenwert ein – schließlich ist Landwirt für die meisten eher Berufung als Beruf.

Der Einkauf im Großhandel ermöglicht es nicht nur Supermärkten und Metzgereien, ihren Kunden eine hohe Fleischqualität anzubieten, sondern auch dem hippen Imbiss in der Nachbarschaft. Dabei zeichnet sich der Trend ab, wieder das ganze Tier zu verwenden – oder gar keines mehr. So zeigt die Großmutter ihrer Enkelin, wie man aus einer Rinderzunge eine leckere Suppe zaubert, und andersherum die Enkelin der Oma, wie man aus Mehl Seitan herstellt.

Die hohe Qualität des Fleisches hat ihren Preis: Die Schweinehalterin Marianne Albersmeier sagt zu Recht: „Tierwohl gibt es für den Landwirt nicht zum Nulltarif.“ Künftig wird sich der Verbraucher beim Fleischkauf vermutlich stärker an den Kosten für mehr Tierwohl beteiligen müssen. 

Genuss & Zubereitung
Fleischgenuss – Qualität für jeden Geschmack und Lifestyle

Nicht nur wenn der Festtagsbraten auf dem Tisch steht, auch beim Lunchbreak mit den Kollegen oder auf dem Weg nach Hause schnell auf die Hand: Fleischkonsum bedeutet für viele Genuss. Dabei sind die Zubereitungsarten von Fleisch und Fleischprodukten in unserer modernen, interkulturellen Gesellschaft so vielfältig wie die Menschen selbst. Jeder kann bei uns heute seinen Lifestyle leben und sich entsprechend ernähren. Auf den Speisekarten der Restaurants findet man daher Wiener Schnitzel ebenso wie Pulled Pork oder Rinderzungensuppe nach Omas Rezept.

Auch die Religionszugehörigkeit bestimmt bei vielen die Auswahl und den Konsum von Fleisch. Koschere Lebensmittelgeschäfte finden sich in Städten neben Feinkostläden mit deutsch-österreichischen Fleischspezialitäten. Und im Supermarkt liegen als „halal“ gekennzeichnete Produkte mittlerweile genauso im Kühlregal wie das Kalbsschnitzel aus regionaler Herstellung.

All diesen Produkten gemeinsam ist ihre hohe Qualität, die bei liebevoller Zubereitung vollen Genuss verspricht. Um diese Qualität kümmern sich täglich die Menschen in der Modernen Landwirtschaft.  

Handel, Vertrieb, Verarbeitung
Fleischverarbeitung – Fakten schaffen Vertrauen

Noch vor wenigen Jahrzehnten war das Schlachten von Tieren ein relativ vertrauter Anblick. Auf dem Lande gab es Schlachtfeste, zu denen alle Dorfbewohner eingeladen waren. Kinder sahen in den Städten dem Metzger bei der Arbeit zu und ergatterten ab und an einen Zipfel Wurst. Heute findet das Schlachten weitgehend hinter verschlossenen Türen statt. Bilder aus der Fleischverarbeitung kennen wir nur noch aus Fernsehen oder Internet, oft sind sie grausam und blutig. Die Fleischindustrie steht daher immer wieder im Fokus der öffentlichen Kritik.

Der internationale Fleischkonzern Vion macht es anders: Seit Kurzem zeigt er im Rahmen seiner „Transparenz-Initiative“ ehrliche Videos und Fotos direkt aus dem Schlachthof und veröffentlicht sämtliche Untersuchungsergebnisse. Das kommt nicht nur bei den Verbrauchern gut an, sondern auch bei Tierschützern und Politikern. Fakten schaffen auch in postfaktischen Zeiten Vertrauen.

Wer trotzdem lieber auf Fleisch verzichtet, dem bieten sich Alternativen – zum Beispiel der Imbiss „Der Vegetarische Metzger“ in Berlin-Kreuzberg mit seinen leckeren Bratwürsten und Buletten rein pflanzlicher Art. 

Aufzucht & Haltung
Tierhaltung – alle wollen, dass es Rindern, Schweinen und Hühner gut geht

Schweine sind intelligent und besonders neugierig, daher langweilen sie sich schnell. Schweinehalter bieten den Tieren deswegen gern Spielzeug an – manchmal sogar Selbstentwickeltes.

Auch in modernen Kuhställen kommt viel Technik zum Einsatz: von der automatischen Fütterung über die elektrischen Bürsten, an denen sich die Tiere schubbern können, bis hin zum Melkroboter. Davon profitieren die Tiere auf mehreren Wegen: Der Landwirt hat mehr Zeit, die Rinder zu beobachten und sich im Einzelnen um sie zu kümmern. Außerdem können die Kühe so beispielsweise selbst entscheiden, wann sie fressen und wann sie gemolken werden wollen.

Die Tiere und ihre Gesundheit liegen den Landwirten am Herzen – als süße Kälber und Ferkel ebenso wie als leistungsstarke Großtiere. Ob die Tiere in kleinen Beständen oder in Großbetrieben gehalten werden, spielt dabei im Grunde keine Rolle. „Entscheidend ist die Betreuung und genau hinzugucken, was die Tiere brauchen“, sagt Prof. Dr. Peter Kunzmann, Tierethiker der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover. Das sei schließlich auch ein gesellschaftliches Ziel: „Alle wollen, dass Tiere sich wohlfühlen.“