Für viele von uns ist Boden einfach nur braun, wenn wir von oben auf ihn schauen. Dabei ist er keine kompakte, einheitliche Masse. Boden stellt vielmehr eine komplexe Mischung aus festen Partikeln, Mineralstoffen, organischer Substanz, Gasen, Flüssigkeiten und einer Vielzahl von Lebewesen dar. Etwa die Hälfte eines durchschnittlichen Bodens besteht aus einem Porensystem, das mit Luft und Wasser gefüllt ist. Dieses Lückensystem ist voller Leben – in einem Kubikmeter halten sich durchschnittlich etwa 1013 Organismen auf. Diese wiederum produzieren zusammen eine wichtige Komponente des Bodens: den Humus.

Humus ist die Gesamtheit der toten organischen Substanz des Bodens. Er besteht aus einer Vielzahl teilweise hochmolekularer Substanzen wie Kohlenhydraten (Cellulose), Lignin (Grundbestandteil holziger Pflanzenteile), aber auch anderen Stoffen. Humus kann Wasser und Nährstoffe binden und bestimmt maßgeblich darüber, wie fruchtbar ein Boden ist.

Boden enthält auch eine Vielzahl von Mineralstoffen, die durch den Abbau des Entstehungsgesteins oder von Humus entstehen bzw. durch Niederschläge hereingetragen werden. Dazu gehören beispielsweise Stickstoff und Phosphor- oder Schwefelverbindungen. Sie dienen als Nährstoffe für Pflanzen.

Durch den Abbau des Muttergesteins entstehen Partikel unterschiedlichster Größe. Feinerde besteht aus staubfeinen Teilchen, Sand oder Steinchen sind größere Verwitterungsprodukte. Sie werden unter dem Einfluss von Wind, Gletschern und Wasser aus Gestein abgebaut und verlagert.

Wie Boden typischerweise entsteht, zeigt diese Grafik.

 

gestein zu Boden
Gestein verwittert im Laufe der Zeit durch Temperaturwechsel, Niederschlag und chemische Prozesse. Es wird so in kleinere Bestandteile zerlegt. Auf dem Urboden siedeln sich erste, anspruchslose Pflanzen an. Aus den abgestorbenen Pflanzenresten kann sich Humus bilden. Erste Bodenlebewesen lockern und durchmischen den Humus und sorgen so dafür, dass sich weiterer Boden bildet. Mit der Zeit bietet der Boden auch weiteren Pflanzen genügend Wurzelraum. Quelle: eigene Darstellung realisiert von www.muellervalentini.de

 

Die beschriebenen Prozesse können Jahrhunderte dauern – im Vergleich zu einem Menschenleben ist dieser Zeitrahmen enorm. Daher spricht man im Zusammenhang mit Boden von einer nicht erneuerbaren Ressource.

Blickt man in den Boden, etwa wenn er ausgehoben wird, offenbart sich einem ein Spektrum an Farben und unterschiedlichen Horizonten – so nennen Wissenschaftler die verschiedenen Schichten. Diese enstanden oft in Zusammenhang mit Ereignissen wie Überschwemmungen, der Ablagerung von Feinsanden oder auch durch geschmolzenes Eis in der letzten Eiszeit.

Unsere Bildergalerie vermittelt Ihnen einen Eindruck von der Vielfalt des Bodens. 

 

 

Unterschiedliche Bodentypen stellen die Landwirtschaft vor unterschiedliche Herausforderungen.[HF1] Ein Bauer muss individuell auf die Ansprüche des jeweiligen Bodens eingehen. Manchmal hat er sogar verschiedene Bodentypen auf einem Feld – und das ganz nah beieinander. Man könnte sagen, ganz Deutschland ist ein Mosaik aus Bodentypen.

 

Bodenübersichtskarte Deutschland
Die Bodenübersichtskarte zeigt Böden in Deutschland, hauptsächlich nach ihrem Ausgangsgestein gegliedert. Schon im Maßstab 1:5 000 000 wird deutlich, wie unterschiedlich die Böden in Deutschland sind. Diese Ausdifferenzierung wird im größeren Maßstab noch enormer.