Die Moderne Landwirtschaft versorgt uns an jedem Tag im Jahr

Wenn wir heute durch den Supermarkt gehen, sind die Regale und Auslagen immer prall gefüllt. Selbst im Winter können wir Möhren kaufen oder frischen Wirsing – und auch im Frühjahr gibt es knackige Rote Bete, Kartoffeln und Äpfel. Frische Milch steht uns jederzeit und in den unterschiedlichsten Verarbeitungsformen zur Verfügung. Daneben gibt es Gemüse, Obst und Fleischprodukte – getrocknet, geräuchert, geschnitten eingelegt oder gefroren. Kurzum: Im Supermarkt können wir täglich ernten. Es ist immer Saison.

Die Moderne Landwirtschaft bietet uns diesen Ernährungsreichtum rund ums Jahr. Mithilfe neuer  Anbaumethoden lassen sich heute die natürlichen Erntefenster erweitern. Und die Möglichkeiten der Lagerung, Verarbeitung und des Transports der geernteten Lebensmittel werden unter Nutzung modernster Technologie ständig optimiert.

Damit wir täglich Frische und Qualität auf dem Tisch haben, bringen viele Menschen ihr Wissen und ihre Expertise in den Ernteprozess mit ein. Vom Landwirt, der per Software und auf dem Feld genauestens überprüft, wann der Raps den optimalen Feuchtegehalt hat, um gedroschen zu werden, bis hin zum Erntehelfer, der mit geschultem Auge sieht, wann der Salat geschnitten werden kann.

Auch in Zeiten von Supermärkten und innovativen Technologien erfolgt die Ernte im engen Zusammenspiel mit der Natur. Beim Selberpflücken auf dem Erdbeerhof oder beim Zapfen der Rohmilch in der Milchtankstelle erhalten wir einen persönlichen Eindruck davon. 

Einkauf
Vielfalt und Frische jederzeit– die Moderne Landwirtschaft bietet uns ein reichhaltiges Sortiment an Lebensmitteln

Ohne Landwirtschaft würden wir heute den ganzen Tag sammeln und jagen, um uns zu ernähren. Das geht auch heute noch – und macht Spaß: zum Beispiel im eigenen Garten. Manch landwirtschaftlicher Erlebnishof öffnet außerdem Feld und Acker, damit wir Beeren, Kartoffeln oder Äpfel selbst ernten können. Neuerdings gibt es in Deutschland sogar Milchtankstellen, in denen man sich Rohmilch rund um die Uhr und frisch ab Hof in Flaschen füllen kann. Doch die meisten von uns gehen ganz schlicht – einkaufen: im Supermarkt, im Bioladen oder beim Gemüsehändler um die Ecke. Auch hier ändern sich die Gewohnheiten. Wir arbeiten viel und an unterschiedlichen Orten, leben in kleineren Haushalten und kochen seltener als die Menschen es früher taten. Wenn wir kochen, zelebrieren wir dies gern im Kreise von Freunden oder der Familie. Wir kaufen deshalb heute eher mehrmals in der Woche kleine Portionen ein – und legen dabei in der Regel besonders viel Wert auf Frische und Qualität. Orientierung beim Einkauf bieten hier nicht nur Aussehen, Geruch und Geschmack, sondern nach wie vor auch verschiedene Güteklassen. Sind die Lebensmittel erst einmal bezahlt und in der Einkaufstasche – oder wurden sie vielleicht sogar online bestellt und geliefert –, sollten sie daheim möglichst geschickt gelagert werden. Die Ökotrophologin Aurelia Moniak liefert hierfür praktische Tipps.

Weiterverarbeitung & Logistik
Mit Expertise und Erfahrung rund um die Uhr – die Menschen in der Modernen Landwirtschaft sichern unsere Ernährung

Früher spannten Landwirte Pferde ein, um die Ernte einzufahren. Heute vereinen die Motoren der riesigen, GPS-gesteuerten Erntemaschinen Hunderte von Pferdestärken in sich und erbringen entsprechend Höchstleistungen. Dabei fahren sie zentimetergenau, um Ernteverluste beim Mähen und Dreschen zu vermeiden. Die Arbeitsabläufe bei der Ernte haben sich im Laufe der Jahrhunderte technisch und logistisch enorm weiterentwickelt. In den präzise abgestimmten Produktionsprozess fließt das Wissen und die Erfahrung einer ganzen Reihe von Menschen der Modernen Landwirtschaft ein. So werden etwa bei der Rapsernte die kleinen schwarzen Samenkörner direkt nach dem Dreschen zu Silos transportiert und dort einer strengen Laboranalyse unterzogen und eingelagert. In Ölmühlen werden die reifen Rapssamen anschließend gründlich gereinigt, gepresst und gefiltert, damit sie danach zum Beispiel in Margarinewerken zu leckeren pflanzlichen Brotaufstrichen weiterverarbeitet werden können.

 

Die Erntezeit ist für die Menschen in der Modernen Landwirtschaft zugleich eine Zeit der Arbeitsspitze – in der Regel arbeiten sie dann mehr als 24 Stunden am Stück. Doch das gehört für sie dazu, denn ihr gemeinsames Ziel ist es, die Ernte sicher und in hoher Qualität einzubringen. Damit die Margarine auf dem Frühstückstisch steht und wir alle mit Produkten wie Obst und Gemüse täglich gut versorgt sind – das ganze Jahr hindurch.

Ernte
Von der Saat bis zur Mahd – die Moderne Landwirtschaft produziert hochwertige Rohstoffe

Wer beim Stichwort Ernte heute noch an Sichel und Sense denkt, liegt daneben. Denn Ernte – das ist in der Modernen Landwirtschaft inzwischen ein hochkomplexer Prozess. Viele Menschen wirken beispielsweise daran mit, dass Pflanzen in höchster Qualität reifen, damit sie zum optimalen Zeitpunkt abgeerntet, eingefahren und weiterverarbeitet werden können.

Weil die Landwirte ihre Ernte nur innerhalb eines sehr knappen Zeitfensters einholen können, fahren große Landmaschinen rund um die Uhr über die Felder und dreschen Raps und Getreide. Ausgestattet sind sie mit modernster Sensortechnik, um die Ernteverluste möglichst gering zu halten. Erfahrene Saisonkräfte unterstützen die Bauern bei der Heu- oder Getreidemahd, bei der Gemüse- oder Obsternte, schnell und tatkräftig.

Ernte bedeutet für die Menschen in der Landwirtschaft vollen Einsatz. Denn es geht darum, Mensch und Tier lückenlos und hochwertig zu ernähren. Natürlich gibt es rund um die Ernte auch allerlei Kurioses zu entdecken: ideenreich konstruierte Erntemaschinen etwa; oder die hübschen Ernteköniginnen, die jedes Jahr neu gewählt werden, um verschiedene Produkte und Regionen Deutschlands zu repräsentieren, darunter auch – der Alte Fritz lässt grüßen – die Deutsche Kartoffelkönigin. 

Forschung
Leidenschaft und Wissen – die Moderne Landwirtschaft erforscht die Zukunft unserer Versorgung

Speiseöl, Tierfutter und Biokraftstoff: Raps ist eine der vielseitigsten Nutzpflanzen Europas. Aber keine gewöhnliche. Forscher vermuten, dass sie erst vor wenigen Tausend Jahren aus einer zufälligen Kreuzung zwischen wildem Gemüsekohl und Rübsen, einer Pflanzenart aus der Familie der Kreuzblütengewächse, entstanden ist. Raps besitzt rund 101.000 Gene und damit mehr als sämtliche Organismen, deren Genome bis heute bestimmt wurden. Zum Vergleich: Ein Mensch hat etwa 25.000 Gene, also lediglich ein Viertel davon.

In Laboren, Gewächshäusern und auf dem Feld forschen Experten der Modernen Landwirtschaft unter Nutzung innovativer Züchtungsmethoden unermüdlich an der stetigen Verbesserung von Saatgut. Einer davon ist Andreas Gertz, der die Rapszüchtung bei einem der weltweit führenden Saatgutproduzenten leitet. Sein Ziel: Raps in Zukunft noch widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten und Insekten zu machen sowie den Kornertrag und Ölgehalt zu erhöhen. Davon profitieren wir alle.