Deutsche lieben regionale und saisonale Lebensmittel. Zu Recht?

Spreewälder Gurken, Schwäbische Maultaschen oder Thüringer Bratwurst – jede Region in Deutschland hat ihre Spezialitäten. Und sie ist stolz darauf. Regionale Gerichte verbinden wir dementsprechend mit Heimat, manch schöner Erinnerung und Tradition.

Mit Lebensmitteln aus der Umgebung können sich die meisten von uns auch aus anderen Gründen identifizieren – sie werden in der Nähe angebaut, stärken die Region und stehen für Frische und Qualität. Deshalb ziehen immer mehr Verbraucher lokale Produkte denen des globalen Lebensmittelmarktes vor. Supermärkte und Discounter haben das Potenzial dieses Trends längst erkannt und bieten unter Eigenmarken Lebensmittel von regionalen Erzeugern an. Auch Hersteller nutzen Siegel und Logos, mit denen sie die regionale Herkunft ihrer Produkte unterstreichen.

Doch kauft man wirklich nachhaltiger ein, wenn man auf regionale und saisonale Produkte setzt? Und was verbirgt sich eigentlich genau hinter diesen beiden Begriffen?

Diese und viele weitere spannende Fragen zum Thema „Saisonal/Regional“ beantworten wir in der aktuellen Ausgabe unseres Online-Magazins. 

Zubereitung
Ran ans Eingemachte – mit Frischem aus der Region

Marmelade nach Omas Rezept oder Bärlauchpesto in Gläsern: Obst und Gemüse selbst einzumachen und damit zu konservieren ist hip. Gemeinsam mit Freunden werden Gewürzkombinationen ausprobiert, Rezepte weitergegeben, neue Ideen entwickelt. Und bei „Food Swap-Events“ kann man selbst hergestellte Speisen und Lebensmittel mit Gleichgesinnten probieren und tauschen.

Dabei geht es neben dem Genuss in entspannter Atmosphäre auch darum, ein Bewusstsein für die Bedeutung von regionalen und saisonalen Lebensmitteln zu entwickeln und weiterzugeben. Denn Einkochen und Einlegen sind traditionelle Möglichkeiten, frisches Obst und Gemüse aus der regionalen Produktion zur Erntezeit für den ganzjährigen Verbrauch zu konservieren. Das ist zum einen nachhaltig, denn es spart Verpackungsmaterial, Transportwege und unterstützt die heimische Region. Zum anderen ist Selbsteingemachtes besonders vitaminreich und lecker.

„Kochen kann so einfach sein, man muss es nur machen“, sagt Meisterkoch Markus Haxter, der für seine Gerichte übrigens ausschließlich regionale Zutaten verwendet. In diesem Sinne: Gutes Gelingen!

Einkauf
Ob Obst oder Gemüse – besser schmeckt’s aus der Region

Selbstpflücken – das macht besonderen Spaß. Vor allem jetzt, im goldenen Oktober, wenn Äpfel und Birnen reif und saftig an übervollen Bäumen hängen. Man kann sie handverlesen ins Körbchen legen – und mit ihnen die Erinnerung an einen ganz besonderen Tag. Denn beim Selbstpflücken draußen auf dem Land lernt man zugleich einiges über den Anbau und die Ernte der regionalen Obst- und Gemüsesorten.

Wer keine Zeit oder Gelegenheit dafür hat, der kann regionale Lebensmittel auch im Supermarkt oder Bioladen kaufen. Doch Vorsicht: Nicht alle landwirtschaftlichen Produkte, die ein Regional-Label tragen, stammen aus der Umgebung. Genauer hinschauen lohnt sich also. Ideal ist es außerdem, wenn Obst und Gemüse nicht nur regional, sondern auch nachhaltig produziert wurden.

So kann man als Verbraucher, das betont auch Agrarökonom Prof. Dr. Reiner Doluschitz von der Uni Hohenheim, „ein wirklich gutes Gewissen haben“. Schließlich tragen wir alle Verantwortung für unsere Umwelt – und der vermeintlich regionale Apfel fällt manchmal halt doch recht weit vom Stamm.  

Produktion
Getreide oder Geflügel? Jede Region hat ihren Schwerpunkt

Über 19 Millionen Hektar Land werden in Deutschland genutzt, um Getreide, Obst, Gemüse, Kartoffeln, Wein und Hopfen anzupflanzen – natürlich auch Futtergetreide und nachwachsende Rohstoffe wie Mais. Die Moderne Landwirtschaft betreibt diese Fläche, die etwa der Hälfte der Bundesrepublik Deutschland entspricht, sehr effizient: Angebaut wird dort, wo die Rahmenbedingungen für die Pflanzen am besten sind. Die Bodenqualität muss stimmen und auch das Klima. Um Felder und Obstplantagen bewirtschaften zu können, benötigen Landwirte außerdem Arbeitskräfte und eine entsprechende Infrastruktur.

Doch auch wenn deutsche Obst-, Gemüse- und Getreidebauern überdurchschnittlich hohe Erträge einfahren – der Erfolg der hiesigen Landwirtschaft beruht vor allem auf der Nutztierhaltung. So gibt es beispielsweise über 12 Millionen Rinder in Deutschland. Wenn man genauer hinsieht, erkennt man die Vielfalt: Die einen sind robust und trotzen jeder Witterung. Andere verwerten Futter optimal und nehmen schnell zu. Gemäß ihrer Charakteristika werden die Rinder in unterschiedlichen Gegenden Deutschlands gehalten.

So sind die Regionen Deutschlands nicht nur für ihre typischen Obst- und Gemüsesorten bekannt, sie haben auch in der Nutztierhaltung verschiedene Schwerpunkte.