Bodenkompass 2025: So stehen die Deutschen zu Regionalität und Lebensmittelsicherheit

Boden, Regionalität, Vertrauen – neue Umfrage zeigt: Verbraucherinnen und Verbraucher wollen Landwirtschaft aus der Region stärken.

Fruchtbare Böden und regionale Lebensmittelproduktion genießen bei den Menschen in Deutschland hohes Ansehen. Das zeigt der aktuelle „Bodenkompass“ des Forum Moderne Landwirtschaft, der gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey erhoben wurde.

Zu den Umfrageergebnissen:
Civey hat für Forum Moderne Landwirtschaft vom 11.08. bis 12.08.2025 online 2.500 Bundesbürgerinnen und Bundesbürger ab 18 Jahren befragt. Die Ergebnisse sind aufgrund von Quotierungen und Gewichtungen repräsentativ unter Berücksichtigung des statistischen Fehlers von 3,3 bis 3,4 Prozentpunkten beim jeweiligen Gesamtergebnis.

 

Zentrale Ergebnisse

Die Mehrheit der Deutschen legt beim Lebensmitteleinkauf Wert auf Regionalität. Direktkauf vom Erzeuger und Herkunftskennzeichnungen sind die wichtigsten Erkennungszeichen, wobei Jüngere eher auf Kennzeichnungen achten und Ältere eher den Direktkauf kennen. Von regionalen Produkten erwarten die meisten Frische, gefolgt von fairer Bezahlung der Erzeugenden und höherer Qualität. Der Informationsstand zu moderner Landwirtschaft sowie dem damit verbundenen Pflanzenschutz ist insgesamt niedrig, in dünn besiedelten Regionen jedoch vergleichsweise höher.
Vertrauen in Fragen zum Pflanzenschutz genießen vor allem Landwirt:innen, während insbesondere progressive Wählende stärker auf Wissenschaft und Umweltorganisationen setzen. Moderne Pflanzenschutzmittel werden von einem Drittel als notwendig gesehen, ein Fünftel befürwortet ein Verbot – mit leichten Unterschieden je nach Bevölkerungsdichte.

Regionale Lebensmittel

Dem Großteil der Deutschen ist die Regionalität von Lebensmitteln beim Einkauf wichtig, einem Viertel ist dies sogar sehr wichtig. Die Bedeutung von Regionalität steigt dabei leicht mit dem Alter – auch dem Großteil der Personen zwischen 18 und 29 ist dieser Aspekt beim Einkauf bereits wichtig.

Kennzeichnung regionale Lebensmittel

Fast drei Viertel der Befragten schätzen einen Direktkauf vom Erzeuger als Erkennungszeichen für Regionalität von Lebensmitteln ein. Fast genauso viele sehen Herkunftskennzeichnungen als solches.

Nur ein geringer Anteil der Deutschen weiß von Supermarktempfehlungen zur Kennzeichnung regionaler Lebensmittel.
Während jüngere Befragte verstärkt über Herkunftskennzeichnungen zu Regionalität informiert sind kennen ältere Personen häufiger den Direktkauf als Anlaufpunkt für regionale Lebensmittel: Unter Befragten ab 50 sind es ganze drei Viertel, die dies angeben.

Erwartung an regionale Lebensmittel

Der Großteil der Befragten erwartet bei regionalen Käufen frischere Lebensmittel.

Eine faire Bezahlung der Erzeugenden erwartet außerdem die Hälfte der Befragten. Platz drei unter den Erwartungen geht an eine höhere Qualität des Einkaufs.

Besonders Personen aus Regionen mit sehr niedriger oder niedriger Bevölkerungsdichte ist die faire Bezahlung der Erzeugenden wichtiger als anderen Gruppen: Hier geben über die Hälfte dies als Erwartung an.

Bedeutung Bodengesundheit

Die große Mehrheit der Deutschen schätzt den Einfluss der Bodengesundheit auf die Qualität darin wachsender Lebensmittel als groß ein.

Über die Hälfte der Befragten schätzt diesen Einfluss sogar als sehr groß ein. Während die Bedeutung der Bodengesundheit für die Lebensmittelqualität unabhängig von der Bevölkerungsdichte vom absoluten Großteil der Befragten als hoch eingeschätzt wird ist dieser Anteil nur unter Personen aus Regionen mit sehr hoher Bevölkerungsdichte vergleichsweise etwas niedriger.

Boden ist unsere Lebensgrundlage – er ist unverzichtbar für Ernährungssicherheit, Klimaschutz und Artenvielfalt. Wir müssen darüber sprechen, wie wir diese wertvolle Ressource schützen und zukunftsfähig machen. Die Ergebnisse zeigen: Die Menschen sind bereit, sich auf dieses Gespräch einzulassen. 

Lea Fließ

Geschäftsführerin , Forum Moderne Landwirtschaft e.V.

Umgang mit Düngung und Pflanzenschutz

Ein Drittel der Befragten vertraut am ehesten Landwirtinnen und Landwirten, wenn es um den Umgang mit Pflanzenschutz und Düngung geht.

Jeweils ein Viertel vertraut entweder Wissenschaft und Forschung oder Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen am ehesten.

Die wenigsten bringen bei diesem Thema allen voran politischen Akteuren das größte Vertrauen entgegen.

Besonders Anhängerinnen und Anhänger konservativerer Parteien vertrauen verstärkt den Landwirtinnen und Landwirten, während progressivere Parteien insbesondere Wissenschaft und Forschung sowie Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen am ehesten als vertrauenswürdig einschätzen.

Diese Zahlen sind ein starkes Signal. Sie zeigen, dass die Landwirtschaft als verantwortungsvolle Partnerin wahrgenommen wird. Das ist ein wichtiger Ansatzpunkt, um noch transparenter zu zeigen, wie moderne Landwirtschaft arbeitet.

Lea Fließ

Geschäftsführerin , Forum Moderne Landwirtschaft e.V.

Einschätzung zur Nutzung moderner Pflanzenschutzmittel 

Die Nutzung moderner Pflanzenschutzmittel wird von gut einem Drittel der Befragten als notwendig erachtet, um verlustfreie Ernten zu sichern, während auch etwas weniger als ein Drittel den Umstieg auf moderne Mittel befürworten würde.

Etwa jeder Fünfte spricht sich hingegen für ein Verbot entsprechender Mittel aus.

Besonders Personen aus Regionen mit sehr niedriger Bevölkerungsdichte sehen in modernen Pflanzenschutzmitteln ein notwendiges Instrument zur Sicherung der Ernten.

Die höchste Ablehnungsquote finden die Mittel hingegen in sehr dicht bevölkerten Regionen, hier wünscht sich etwas über ein Viertel der Befragten ein Verbot.

Über das Forum Moderne Landwirtschaft e.V.: Das Forum Moderne Landwirtschaft ist ein Netzwerk aus allen Bereichen der Landwirtschaft. Wir zeigen moderne Landwirtschaft wie sie ist. Fördern den Dialog zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft und machen die moderne Landwirtschaft dadurch sichtbar und für alle erlebbar.

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